MJ Talk

„Der kann doch gar nicht sprechen.“, wissen die einen.
„Man will ihn doch gar nicht verstehen.“, beklagen die anderen.
„Dem glaube ich kein Wort mehr.“, erzürnen sich dritte.
„Ich spreche nicht gern. Aber wenn sie es versuchen würden, könnten sie mich verstehen.“, meint er.
‚Wozu zuhören, wenn wir es doch eh besser wissen?’ – fragen sich die Medien.

Und doch, er äußert sich - zu allen Fragen: „Wo ist Ihr Affe?“ „Warum wollen Sie nicht schwarz sein?“ „Wie oft haben Sie sich operieren lassen?“ „Wie machen Sie Musik?“ „Warum lieben Sie Tiere?“ „Sind Sie noch Jungfrau?“ „Was empfinden Sie auf der Bühne?“ „Wie hat Ihr Vater Sie geschlagen?“ „Wie sind Ihre Kinder entstanden?“ „Warum greifen Sie sich in den Schritt?“ „Warum schlafen Sie mit Kindern in einem Bett?“ „Schlafen Sie in einem Sauerstoffzelt?“ „Hatten Sie wirklich Sex?“ „Wollen Sie sich noch weiter verändern?“ „Würden Sie gern wieder schwarz sein?“ „Haben Sie ihren Vater gehasst?“ „Was glauben Sie, sollte mit jemandem geschehen, der Kinder missbraucht?“ „Sind Sie Antisemit?“ „Warum die Masken?“ „Was war bei Ihrer Verhaftung?“ „Sind sie schwul?“

Gemessen an der langen Karriere Michael Jacksons und der gigantischen Anzahl an Fotografien, Videos und Zeitungsberichten, die in Bezug auf seine Person existieren, mutet die recht überschaubare Anzahl von Interviews, die er bislang zu geben bereit war, erstaunlich gering an.

„Ich habe gedacht, dass es nichts wichtiges für mich zu sagen gäbe“ antwortete er Oprah Winfrey 1993 auf die Frage, aus welchem Grund er sich vorher viele Jahre lang so rar gemacht hatte. Und auch in der Folgezeit hat er sich nur selten öffentlich geäußert. Ein Ausdruck von Bescheidenheit? Vielleicht. In den wenigen Gesprächen, zu denen er bislang bereit war, wird vor allem eines deutlich: Dass er den Sinn seiner Existenz im Musizieren und Tanzen sieht – und eben nicht im Reden. Ohnehin wird deutlich mehr über ihn als mit ihm geredet.

Nach Tanz und Musik wird Michael Jackson nur selten gefragt, meist am Rande, ganz beiläufig, so als wäre schon alles bekannt. Dabei dürften es gerade diese Bereiche sein, die ihn am meisten ausmachen und über die er sich am deutlichsten mitteilt. 

Und es stimmt tatsächlich, wenn man ihm zuhört, dann kann man ihn verstehen. Lest selbst...

MJ Talks 1
Man findet hier Transkripte von Reden, Stellungnahmen und Interviews aus der Zeit von 1977 bis 2006. (englisch)

MJ Talks 2
Eine kurze übersichtliche Liste mit verschiedenen kurzen und langen Interviews. (englisch)

 

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